20.09.2018 (pm) Ortschaftsrat fasst Projektbeschluss zur Sanierung des Campingplatzes Litzelstetten

Der Ortschaftsrat Litzelstetten hat sich mit dem Projektbeschluss zur Sanierung des Campingplatzes Litzelstetten befasst. Mit der Planung soll ein touristisch geprägter, überwiegend „autofreier“ Campingplatz mit ökologischer und nachhaltiger Ausrichtung entstehen. Er ist ein für den Tourismus wertvoller Erholungsstandort mit Seezugang und Blick auf die Mainau. Hauptzielgruppe sollen Individualreisende wie Rad- und Wandertouristen, Wasser-/ Kanuwanderer und Übernachtungsgäste ohne eigenes Equipment und ohne Anreise mit dem eigenen PKW sein. Um eine gute Auslastung des Platzes in den Frühjahr- und Herbstmonaten zu gewährleisten, liegt ein Schwerpunkt der Konzeption auf der nachhaltigen Stärkung der Nebensaison. Eine Möglichkeit für eine konstante Auslastung bietet die Zielgruppe Schulklassen und Jugendgruppen. Nachdem die Stadt Konstanz nicht in ausreichender Zahl und Qualität über das entsprechende touristische Angebot verfügt, wird durch die Bereitstellung von Einfachunterkünften auf dem Campingplatz die Voraussetzung für eine  konstante Gruppenauslastung geschaffen. Eine mögliche Kooperation mit dem Erlebniswald Mainau würde die Gruppenauslastung stärken. Das entsprechende Angebot an Naturerlebnis (Kanustation, Rad- und Wanderwege) ist vorhanden.

Eine an der sensiblen Natur des Standorts orientierte Konzeption und Betriebsführung ist bei der Auswahl des Betreibers unabdingbar. Deshalb wurde in der vorliegenden Planung und Konzeption eine ausgewogene Balance zwischen optimalen Betrieb, notwendiger  Infrastrukturmaßnahmen sowie Ausstattungsmöglichkeiten gefunden. Dazu wurde für die Entwicklungs- und Betreiberkonzeption das Fachwissen seitens Eco-Camping und Marketing & Tourismus Konstanz GmbH eingeholt. Der Platz könnte z.B. als Einzelbetrieb oder in Kooperation mit dem Campingplatz Klausenhorn betrieben werden. Die Ausschreibung der Neuverpachtung des Campingplatzes soll vor Baubeginn durchgeführt werden. Es könnte eine gemeinsame Ausschreibung des Campingplatzes Klausenhorn (Vertragslaufzeit bis längstens 31.12.2020) ab 2021 und des Campingplatzes Litzelstetten nach Baudurchführung ab 2020 erfolgen. Das bietet die Möglichkeit, beide Plätze gemeinsam zu betreiben, was eventuelle Vorteile für den Betreiber und damit gegebenenfalls auch höhere Pachteinnahmen ermöglicht. Ein weiterer Vorteil wäre, dass der Bertreiber vor der Baumaßnahme feststeht und noch Einfluss darauf nehmen kann. Der Pachtvertrag könnte z.B. auf 10 Jahre mit einer Verlängerungsoption für 5 Jahre abgeschlossen werden.

Hauptziel der Planung ist die Ausrichtung des Platzes auf die vorgegebene Konzeption. Durch vorliegende Planung wird die höchstmögliche Flexibilität für die Belegung und damit die besten Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb geschaffen. Dabei sollen keine vorgegebenen Standards erfüllt sondern die Investitionen auf das für das Konzept notwendige Mindestmaß angepasst und reduziert werden. Auf dem Campingplatz soll ein Neubau mit zwei Geschossen integriert in die bestehende Hangsituation entstehen und das eingeschossige, baufällige Gebäude mit ausschließlich Sanitäranlagen, ersetzen. In dem größeren Neubau werden neben den Sanitäreinheiten, die Rezeption mit Kiosk, ein Aufenthaltsraum mit Kochnische und diverse andere benötigte Nutzräume (Lager, Technikraum, Geräte- und Werkstattraum, Waschküche, WC-Ausguss usw.)  untergebracht. Im Gegenzug dazu soll das bestehende Kioskgebäude in der Uferzone abgebrochen werden. Die ermittelten Gesamtkosten für das Sanitärgebäude inklusive Baunebenkosten belaufen sich auf 425.000 € brutto, und 357.143 € netto. Dies entspricht den Kosten, die im Förderantrag angesetzt wurden.  Für die erste Baumaßnahme wurden im Haushalt 375.000 € aufgenommen. Durch die Ausweitung des Angebotes auf Schulklassen und Jugendgruppen erhöhen sich die  Kosten um 50.000 €, die  in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt werden.

Die Grundfläche des Platzes beträgt ca. 8000m² und erstreckt sich über die drei Flurstücke (95,96 bis 97). Um den kleinen, hanglagigen Platz bestmöglich auszunutzen und den Bedürfnissen (ebene Standflächen) der Besucher anzupassen, werden zu den bereits bestehenden Geländestufen noch weitere ebene Terrassen im oberen Bereich des Platzes angelegt. Dadurch können neue Aufstellflächen für Einfachunterkünfte und Standplätze für Caravans mit der notwendigen technischen Infrastruktur (Strom, Wasser)  entstehen. Die Zeltplätze werden auf die  Wiesen im unteren Bereich des Platzes verlegt. Der Uferbereich bekommt mehr Raum und wird naturnah umgestaltet. Der geplanten Ausrichtung des Platzes wurden Kapazitäten von ca. 130 Nächtigungsplätzen nach dem Außenanlagenplan zugrunde gelegt. Die geplante Kapazität von 130 „Schlafplätzen“ muss in Standplatzzahlen übertragen werden. Bei einer Aufteilung in Mietunterkünfte, Parzellen für Wohnwagen/Caravans und Zeltwiese werden 38 Standplätze prognostiziert.Der Platz ist als überwiegend „autofreier Platz“ vorgesehen. In der Übergangsphase kann die geplante Multifunktionsfläche im Eingangsbereich als Parkfläche für  ca. 6 - 8 Autos genutzt werden. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es nur außerhalb des Platzes,  z.B. wären durch die Optimierung des bestehenden Parkplatzes in der Großherzog-Friedrich-Straße Stellplätze für weitere  5 - 10 Wagen möglich. Individuell mit dem Pkw anreisende Gruppen  sollen außerhalb liegende Großraum-Parkplätze (z. B. Insel Mainau, Sportplatz Litzelstetten) ansteuern und können gegebenenfalls von dort mittels eines einzurichtenden Shuttle-Service zum Platz gebracht werden. Die ermittelten Gesamtkosten für die Außenanlagen inklusive technischer Infrastruktur und  Baunebenkosten belaufen sich auf 445.000 € brutto und 374.335 € netto. Dies entspricht den Kosten, die im Förderantrag angesetzt wurden. Die Kosten werden im Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt.

Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt aus dem Tourismusinfrastrukturprogram zur Förderung zukunftsfähiger Maßnahmen. Herr Minister Wolf überreichte den Bewilligungsbescheid am 07. September 2018 am Campingplatz Litzelstetten persönlich. Im Bescheid wird der Zuschussbetrag (15 % aus den förderfähigen Kosten) von  106.575 € und der Bewilligungszeitraum bis 31.12.2020 genannt. Seitens des Regierungspräsidiums, Höhere Naturschutzbehörde, bestehen unter den angegeben Rahmenbedingungen keine erheblichen Bedenken gegen die Sanierungsmaßnahmen. Die derzeit vorliegende Rahmenplanung wird als zustimmungsfähig beurteilt. Erst nach Prüfung des Bauantrags wird die Höhere Naturschutzbehörde eine endgültige naturschutzrechtliche Befreiung erteilen. Die Neuverpachtung des Campingplatzes wird zur Saison 2020 angestrebt.

Der Ortschaftsrat stimmte dem Vorgehen einhellig zu.

(Text: Stadtverwaltung Konstanz)

Campingplatz Litzelstetten, (c) Foto: Isabel Rott
Campingplatz Litzelstetten, (c) Foto: Isabel Rott
 
 
 

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