25.09.2018 (dr) Ein einmaliges Erlebnis: Lädine-Schifffahrt zu Pfahlbau-Fundstätten

Es war ein Erlebnis der besonderen Art, das rund 30 Teilnehmer auf der Lädine „St. Jodok“, dem Nachbau des historischen Lastensegelschiffs, erfahren durften: Am Samstag, 22. September 2018 brach das Schiff auf zu einer Rundfahrt auf dem Überlinger See, um den Interessierten an Bord einen fachkundigen Einblick in die Geschichte der prähistorischen Überreste des Pfahlbaus liefern zu können. Mit dem Unterwasserarchäologen Dr. Martin Mainberger wurde die „Führung auf See“ von einer renommierten Fachperson begleitet. Mit dabei waren auch Herbert Gieß aus Dingelsdorf, prominenter Sammler vorzeitlicher Fundstücke, und Sabine Hagmann vom Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Hemmenhofen, die beide mit ihrem Wissen die Runde der Begleiter vervollständigten.

Auf der etwa vierstündigen Fahrtroute legte die Lädine zuerst das Teilstück von der Insel Mainau, vorbei an Litzelstetten, zum UNESCO-Welterbefundort „Krähenhorn“ zurück. Für fast alle Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie diese historische Ausgrabungsstelle von Nahem betrachten konnten. Vom Krähenhorn ging es weiter entlang des Fließhorns zum geschichtlich bedeutenden Handelsort Klausenhorn. Von Sipplingen aus – dem Ort, an dem die umfangreichsten prähistorischen Bauwerke im Bodensee gefunden wurden – über das Pfahlbaumuseum Uhldingen, das nicht zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und lediglich an einem Fundort von Pfahlbauresten in neuerer Zeit nachgebildet wurde, fuhr die Lädine zurück zur Insel Mainau.

Selbst für die archäologischen Experten war die Schifffahrt in dieser Form eine erstmalige Unternehmung. Ein Abschnitt der Fahrstrecke konnte sogar unter Segel zurückgelegt werden. Dr. Mainberger informierte die Teilnehmer nicht nur durch verbale Erklärungen, sondern auch mit zahlreichen anschaulichen Bildern; auch führte er die Tauchausrüstung eines Unterwasserarchäologen vor. Er selbst hatte vor vielen Jahren eine Original-Lädine vor Immenstaad mit ausgegraben. Diese historische Lädine kann heutzutage im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz besichtigt werden und war Vorbild für den Nachbau der heutigen Lädine „St. Jodok“.

Die Besatzung der Lädine erklärte den Teilnehmern die Historie und Bauweisen der Lädinen, deren Bedeutung als wesentliches Verkehrs- und Transportmittel auf dem Bodensee vom Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit – sowie  deren Betriebsmodalitäten. Frau Hagmann schilderte die vielen und komplexen Aktivitäten, die notwendig waren, um als grenzüberschreitendes Projekt die Anerkennung der "Pfahlbauten rund um die Alpen" als UNESCO-Welterbe zu erlangen. Ziel der UNESCO sei es, weltweite kulturelle Einmaligkeiten für zukünftige Generationen zu bewahren und für künftige Erforschungen zu erhalten.

Allen Teilnehmern wurde umfangreiches Informationsmaterial  zum Thema "Prähistorische Pfahlbauten" ausgehändigt, welches das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Mit großer Begeisterung nahmen die Mitfahrenden den Ausflug als einmalige Gelegenheit wahr, die prähistorischen Fundstätten am Überlinger See vom Wasser aus in Augenschein nehmen zu können. Das Wetter spielte mit – und die Fahrt wurde zu einem ganz spektakulären Teil der Arbeit des Bodanbürger e.V., der sich für die Bekanntmachung des UNESCO-Weltkulturerbes, der „prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“, einsetzt.

(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz 
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz 
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
 
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz 
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz 
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(c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
 

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